Wie Sie sich durch Ernährung vor Herz-Kreislaufkrankheiten schützen können
  

Eine ganze Reihe von Vegetarierstudien in Deutschland aber auch in anderen Ländern zeigen deutlich, daß Menschen, die mit einem Minimum an tierischen Produkten leben, unter sonst gleichen Bedingungen gesünder, leistungsfähiger und langlebiger sind, vor allem, wenn Rohkost einen hohen Anteil in ihrer Nahrung einnimmt und wenn die Speisen vollwertig sind. Die Sonnenkost, wie sie die natürliche Gesundheitslehre propagiert, hat nun einmal ein ganz erhebliches Selbstheilungspotential. Nun ist eine rasche, völlige Umstellung der Ernährung hin zu ausschließlicher Rohkost oder sofort ganz weg vom Fleisch nicht jedermanns Sache. Zu unterschiedlich sind die menschlichen Konstitutionen und die Anforderungen durch Berufsstreß und Umwelt, zu verschieden die Ziele, die sich die Menschen gesetzt haben.

Auch haben viele Menschen durch Jahrzehnte unzweckmäßiger Ernährung und Lebensweise im Körper Stoffe abgelagert, die dort die Funktionen behindern und zuzeiten krank machen. Des weiteren findet man auch bei rein pflanzlich lebenden Zeitgenossen häufig eine Verdickung und Übersäuerung des Blutes, was von persönlichem Streß in Beziehungen und bei der Arbeit aber auch aus Belastungen unserer verseuchten Umwelt herrührt. Hier spielen Schwermetalle - nicht zuletzt aus den Amalgamplomben - eine bedeutsame Rolle, weil diese einen Rattenschwanz von Problemen nach sich ziehen können.

Hier kann - abgesehen von konsequenter veganischer Rohkost - durch spezielle Lebensmittel wenigstens teilweise geholfen werden. Die geliebten gegarten Speisen können so gestaltet werden, daß einige Zutaten die Nachteile der tierischen Produkte mildern oder gar teilweise aufheben bzw. die Ausscheidung alter Schlacken massiv unterstützen. Das Blut kann entsäuert und dünnflüssig gemacht werden. Es ist erstaunlich, was die Natur für uns da bereit hält.

Knoblauch

Als erstes möchte ich den Knoblauch erwähnen. Daß er vor allem Fleischessern hilft (Vegetarier haben die betreffenden Probleme weniger), ist seit Tausenden von Jahren bekannt und immer wieder finden Wissenschaftler neue Beweise für seine Wirksamkeit. In der medizinischen Nationalbibliothek in Bethseda in Maryland finden sich allein 125 wissenschaftliche Arbeiten über die medizinische Wirksamkeit von Knoblauch seit 1983. Aus ihnen geht klar hervor, daß Knoblauch gegen Blutgerinsel wirkt, den Blutdruck reduziert, den Cholesteringehalt und die Blutfettwerte niedrig hält, das Immunsystem stärkt und so Infektionen vorbeugt sowie chronische Bronchitits mildert und als schleimlösendes und abschwellendes Mittel wirkt. Außerdem enthält die Knoblauchknolle Stoffe zur Verhütung von Krebs. Bei Versuchen von Dr. Benjamin Lau und seinen Kollegen von der kalifornischen Loma Linda Universität ging der Cholesteringehalt im Blut der Probanden zwar zunächst nach oben, nahm aber später kräftig ab - ein Zeichen dafür, daß nicht nur der Cholesteringehalt im Blut gesenkt, sondern auch die Depots im Körper geleert wurden! In seiner Wirkung gegen Blutgerinsel (also zur Verhütung von Herzanfällen und Herzschlag) ist Knoblauch mindestens so wirksam wie Aspirin, wie Dr. Eric Block von der Universität von New York nachgewiesen hat. Wenn Sie also zur Vorbeugung Aspirin schlucken, können Sie dies getrost gegen Knoblauch und Rohkost eintauschen - Sie tun sich damit einen doppelten Nutzen!

Ingwer

Man kann ihn in Form seiner frischen Wurzel heute in allen besseren Gemüseläden kaufen und es gibt ihn als Pulver in Gewürzständen der Supermärkte; er ist nach Srivastava von der dänischen Universität Odense ein noch wirksameres Mittel gegen Blutverdickung und Blutgerinsel als die sehr wirksamen Lebensmittel Knoblauch und Zwiebel. Dr. Dorso von der Cornell Universität (USA) konnte dies ebenfalls nachweisen und fand außerdem, daß Ingwer den Cholesterinspiegel senkt. Ingwer ist außerdem ein äußerst wirksames Mittel gegen Reisekrankheit und regt die Verdauung an, ohne irgendwelche nachteiligen Nebenwirkungen zu zeigen. Sie können frische Ingwerwurzel in feine Streifchen geschnitten mit Ihren Speisen mitgaren oder sie am Tisch darüberstreuen. Gegen Reisekrankheit und zum Aufwärmen und Entschlacken am Morgen empfehle ich einen viertel bis einen halben Teelöffel geriebenen oder feinst gehackten frischen Ingwer auf ein Glas warmes Wasser. Wenn Sie also nicht gerne nach Knoblauch riechen, ersetzten Sie ihn erfolgreich gegen Ingwer!

Zwiebel

Selbst ein Allerweltsgemüse wie die Zwiebel hat hervorragende therapeutische Wirkungen, denen Sie sich nicht verschließen sollten. Dr. Victor Gurewich von der Tufts Universität (USA) hat in langjährigen Versuchen herausgefunden, daß rohe Zwiebeln den Cholesteringehalt des Bluts vorteilhaft beeinflussen (der HDL-Anteil, der auf den Körper positiv wirkt, wird im Durchschnitt um 30% erhöht), wenn sie nur eine halbe rohe Zwiebel täglich essen. Nach einem fettigen Mahl genügt ein Eßlöffel voll gekochter Zwiebeln um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu reduzieren. Zwiebeln wirken auch vorteilhaft auf den Blutzuckerspiegel und haben noch eine Reihe andere positive medizinische Eigenschaften.

Cayennepfeffer

Schon im Jahre 1965 fanden deutsche Forscher heraus, daß auch Cayennepfeffer (Chili) Blutgerinsel auflöst. Dr. Sukon Visudhiphan und seine Kollegen vom Siriraj Hospital in Bangkok konnte dies in umfangreichen Versuchen bestätigen. Chilis regen den Körper an, Schleim auszuscheiden - eine bekannte Tatsache. Chili, Knoblauch, Ingwer, Curcuma (Gelbwurz) und Kardamom beugen bei regelmäßiger Verwendung in den Speisen einer Besiedlung des Darmes mit Candida albicans oder anderen Darmpilzen und -Parasiten vor bzw. unterstützen die Behandlung.

Pilze

Besonders interessant jedoch sind die neueren Untersuchungen über eßbare Pilze. Als Sieger ging der Shitake-Pilz hervor, der ebenfalls das Blut verdünnt (und damit der Bildung von Blutgerinseln vorbeugt), den Cholesterinspiegel vorteilhaft senkt, das Immunsystem stimuliert und schädliche Viren abtötet. In einem japanischen Test fand man bei einer Gruppe von 30 gesunden jungen Frauen, die eine Woche lang rd. 80g Shitakepilze täglich aßen heraus, daß ihr Cholesterinspiegel im Durchschnitt um 12% sank. In einem anderen Versuch aß eine Kontrollgruppe eine Woche lang täglich 50g Butter. Ihr Cholesterinspiegel stieg um 14% an. Eine zweite Gruppe aß zusätzlich noch 80g Shitakepilze. Ihr Cholesterinspiegel viel um 4%. Den Shitakepilz bekommt man bei uns frisch beim Gemüsehändler und man kann ihn besonders vorteilhaft roh

im Salat essen. In der chinesischen Küche ist der Mu-Err-Pilz weit verbreitet. Sie erhalten ihn bei uns getrocknet im China-Fachhandel. Prof. Dr. Dale Hammerschmidt von der Universität in Minnesota hat eindeutig nachgewiesen, daß Mu-Err-Pilze ebenfalls das Blut dünn halten und gegen Blutgerinsel wirken - was wiederum das Risiko eines Herzinfarktes minimiert.

Bohnen

Schließlich möchte ich noch die viel geschmähten Bohnen erwähnen. Sie sind eine sehr wirksame Medizin für Ihr Herz-Kreislauf-System. Sie brauchen deshalb keine Riesen Mengen davon zu essen. 100 bis 200g gekochte Nierenbohnen z. B. täglich genügen, um den Cholesterinspiegel und den Blutdruck zu senken, Ihren Insulin- und Blutzuckerspiegel zu kontrollieren und Verstopfung zu verhindern. Dr. James Anderson von der Universität von Kentucky hat dies einwandfrei belegt.

Bleiben mir zum Schluß nur noch folgende Anregungen: Wählen Sie Speisen, in denen die genannten Lebensmittel und Gewürze so kombiniert sind, daß Sie auch geschmacklich Freude daran haben. Dies trifft auf viele chinesische Gerichte zu, in denen außer den Bohnen alle genannten Lebensmittel fröhlich und zu Ihrem Wohle vereint sind. Denken Sie daran, einen großen Anteil an rohen Lebensmitteln auf Ihrem Speiseplan zu haben und schonend zu garen - das Gemüse sollte noch Biß haben! Wenn Sie dann noch die Menge der verzehrten tierischen Produkte und Ihren täglichen Streß und damit die Hauptsäureproduzenten so weit wie möglich reduzieren, dann haben Sie Entscheidendes für Ihr Wohlbefinden und Ihre Leistungsfähigkeit getan.